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Neue Forschungsergebnisse der Universität Harvard benennen einen entscheidenden Faktor, der die Geschwindigkeit der Genesung von Wunden und Krankheiten beeinflusst.
Die im Dezember 2023 veröffentlichte Studie von Prof. Ellen Langer verdeutlicht, dass wir Körper und Geist als Einheit betrachten müssen. In mehreren Experimenten wies Frau Langers Team nach, dass die Heilungsgeschwindigkeit von Wunden und Verletzungen von der psychischen Einstellung -konkret dem persönlichen Zeit
empfinden- abhängt. Dazu manipulierte sie die Uhren von Probanden mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
„Unsere Ergebnisse ...können... darauf hindeuten, dass ...psychologische Konzepte, wie die Art und Weise, wie wir den Zeitverlauf wahrnehmen, einen erheblichen Einfluss auf die körperliche Gesundheit haben.“, erläuterte sie in der Studie.
Bereits in einer Studie im Jahre 1979 ließ sie Männer im Alter zwischen 70 und 80 Jahren eine Woche in einer Einrichtung verbringen, die komplett im Stil der 1950er-Jahre eingerichtet war. Dies war eine Zeit, in der die Teilnehmer 20 Jahre jünger waren. „Die Ergebnisse waren verblüffend“, berichtete Prof. Langer. „Innerhalb von nur einer Woche verbesserten sich ihr Hörvermögen, Gedächtnis, ihre Sehkraft und körperliche Stärke. Sie sahen sogar sichtbar jünger aus – und das alles ohne medizinische Eingriffe.“
Wir sind es gewohnt, Körper und Geist als getrennte Komponenten zu betrachten. Doch was bedeutet es, diese als eine ganze Einheit zu sehen?
„Wenn Geist und Körper ein einziges System bilden, bewirkt jede Veränderung bei einer Person gleichzeitig eine Veränderung auf der Gedankenebene und auf der Körperebene“, erklärt Prof. Langer. Diese Denkweise eröffnet neue Möglichkeiten zur Gesundheitskontrolle.
Veränderungen im Geist und Körper geschehen gleichzeitig und nicht nacheinander. Jeder Gedanke führt zu gleichzeitigen Veränderungen in jedem Teil des Körpers.
In der Praxis sehen Sie also in den Experimenten, dass sich der Körper verändert, wenn sich
unsere Erwartungen ändern. Mit anderen Worten, wenn ich erwarte, dass sich meine Gesundheit verbessert, werde ich bemerken, dass sie sich verbessert, und wenn ich erwarte, dass sich meine Gesundheit verschlechtert, werde ich hauptsächlich das bemerken.
Wenn wir krank sind, fühlen wir normalerweise einen Kontrollverlust über unseren Körper. Wir gehen zum Arzt und erwarten, dass er das Problem löst, die Krankheit beseitigt und die Kontrolle über unseren Körper wiederherstellt. Wir denken nicht, dass unser Geist eine aktive Rolle dabei spielt.
In Harward haben wir viele Studien zur
Achtsamkeit durchgeführt, bei denen wir Menschen mit chronischen Schmerzen, Parkinson, Multipler Sklerose und mehr eingeladen haben um sie periodisch nach ihren Symptomen zu befragen. Wir registrierten, ob die Beschwerden sich im Vergleich zu vorher verbessert oder verschlechtert haben und warum.
Dabei erhielten wir mehrere Erkenntnisse:
Erstens: Wenn Sie bemerken, dass sich Ihr Zustand manchmal verbessert und manchmal verschlechtert, hilft es Ihnen, sich besser zu fühlen, weil Sie vorher dachten, er bleibe entweder gleich oder werde zunehmend schlechter. Und jetzt bemerken Sie, dass er sich manchmal verbessert. Wenn Sie sich nun die Zeit nehmen, sich zu fragen, warum es jetzt besser ist, begeben Sie sich auf eine
achtsame Suche, die an sich bereits Ihrer Gesundheit helfen kann.
Zweitens: Wenn Menschen beispielsweise eine chronische Krankheit haben, fühlen sie sich oft hilflos und denken, dass Sie nichts dagegen tun können. Sie denken, die Definition einer chronischen Krankheit sei, dass nichts getan werden könne. Aber chronisch bedeutet nur, dass die medizinische Welt noch keine Lösung gefunden hat.
Es bedeutet nicht, dass keine Lösung existiert!
Wenn Sie also in diesem ganzen Prozess achtsam bleiben, fühlen Sie, dass Sie etwas tun. Und dies gibt Ihnen ein Stück weit die Kontrolle zurück.
Und drittens: Wenn Sie glauben, dass es einen Weg gibt, von der Krankheit zu gesunden, finden Sie eher einen solchen Weg.
Das Leben besteht aus verschiedenen Momenten, und es ist notwendig, jeden dieser Momente als wichtig zu erachten;
sich keine Sorgen zu machen, was in fünf Jahren passieren wird; einfach positive Veränderungen wahrzunehmen und den heutigen Tag zu genießen.
Auch wenn Sie eine schwierige medizinische Diagnose erhalten, können Sie entscheiden, sich deprimiert und elend zu fühlen. Oder alternativ können Sie sich darin üben, sich vorzustellen, wie sich Ihr Körper anfühlt, wenn er wieder gesund ist und ein erfülltes Leben zu führen, solange Sie leben.
Laut den Harward-Studien wird Ihnen das helfen, länger gesund zu bleiben.
Quellen: https://www.nature.com/articles/s41598-023-50009-3
und
https://www.epochtimes.de/vital/studie-enthuellt-wahrgenommene-zeit-beeinflusst-heilungsgeschwindigkeit-a4801670.html